
LateBloomer* Couchgespräch: Zwischen hetero Vergangenheit und queerer Gegenwart
Am 23. April 2026 fand im rubicon e.V. das Couchgespräch „LateBloomer* – Zwischen hetero Vergangenheit und queerer Gegenwart“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Projekt DIQUI – Demokratie ist queer und intersektional, dem Team der ALTERnativen (Fachbereich für queere Menschen 50+ im rubicon e.V.) sowie den Leitungspersonen der Selbsthilfegruppe LateBloomer*, die sich seit rund einem Jahr regelmäßig im rubicon e.V. trifft.
Im Zentrum stand ein moderiertes, intersektional gerahmtes Podiumsgespräch in einer offenen und zugleich geschützten Atmosphäre. Vier queere Personen – eine cis-lesbische, eine cis-schwule sowie zwei trans Personen – gaben Einblicke in ihre persönlichen Lebensgeschichten und berichteten von ihren späten Coming-outs. Moderiert wurde das Gespräch von Mirja Fehm aus der psychosozialen Beratung des rubicon e.V.
Die Beiträge machten deutlich, wie vielfältig und individuell Wege zur eigenen queeren Identität verlaufen können. Im Fokus standen biografische Brüche, Erfahrungen in einem zuvor gelebten heteronormativen Lebensentwurf, aber auch Momente der Entlastung, Selbstakzeptanz und Neuorientierung.
Rund 40 Besucher*innen nahmen an der Veranstaltung teil. Im anschließenden Get-together wurde der Austausch in offener Atmosphäre fortgeführt, wobei Gespräche, Verbindungen und ein solidarisches Miteinander entstanden.
Das Couchgespräch unterstrich die Bedeutung geschützter Räume für persönliche Geschichten, Begegnung und gegenseitige Stärkung intersektionaler Solidarität. Es setzte zugleich ein klares Zeichen: Es ist nie zu spät, die eigene Identität anzunehmen und neue Wege zu gehen. Eine zentrale Aussage des Abends brachte dies auf den Punkt: „Manchmal brauchen Menschen Zeit und die richtigen Lebensumstände, um sich selbst kennenzulernen. Manchmal kann man sich diese Zeit nicht nehmen und dann dauert es eben etwas länger.“